Siebenbürgisch-sächsische Traditionen und Bräuche der Gegenwart
Was ist 20 Jahre nach der Auswanderung von den alten Bräuchen geblieben? Eine Sammlung von Texten, Interviews, Fotos und Filmen aus 37 Orten in Siebenbürgen, entstanden 2010–2011.
Filme und Interviews
Orte
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Worum es geht
Traditionen und Bräuche prägten jahrhundertelang den Lebensrhythmus, die Identität und Gemeinschaft der Siebenbürger Sachsen. Sie haben sich im Wandel der Zeit verändert, blieben aber in großer Anzahl auch nach den Brüchen der letzten zwei Jahrhunderte – Industrialisierung, Wechsel politischer Systeme, den Weltkriegen und ihren Folgen – bestehen.
Mit der Auswanderung nach 1989 jedoch zerriss die Traditionslinie: Etwa 90 % der Siebenbürger Sachsen verließen ihre Heimat und ließen mancherorts Geisterorte zurück. Verschwunden war die junge Generation, die immer ein wichtiger Träger der Bräuche gewesen war. In den Dörfern, wo die Bräuche bis 1989 am lebendigsten waren, sind von Gemeinschaften aus 1000 oder 800 oder 600 Sachsen heute noch 100 oder 50 oder auch nur 20 und weniger geblieben.
Was konnte und kann unter diesen Gegebenheiten von den alten Traditionen bewahrt bleiben? Was ist aus den Nachbarschaften geworden? Welche Bräuche werden heute noch gefeiert und auf welche Weise? Wer erhält sie aufrecht oder belebt sie wieder neu und mit welchem Zweck?
Das Projekt der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien hat anhand dieser Fragen im Februar 2010 eine Bestandsaufnahme begonnen von dem, was geblieben ist: eine Dokumentation der Traditionen und Bräuche in Siebenbürgen heute, 20 Jahre nach der Auswanderung. Die Dokumentation beginnt in der Gegenwart und verfolgt die Entwicklung zurück bis zu dem Punkt, an dem die Darstellungen von Bräuchen in Heimatmonographien und ethnologischen Studien fast immer enden – mit dem Jahr 1989/90.
Dagegen ist es das Anliegen dieses Projekts:
- Traditionen und Bräuche der Gegenwart zu dokumentieren, so wie sie heute sind
- Traditionen vielstimmig zu dokumentieren, durch Text-, Bild- und wenn möglich Filmdokumente (sowohl Interviews mit Wissensträgern wie Filmaufnahmen von Bräuchen)
- diese Dokumente zentral und offen zugänglich allen Interessierten zur Verfügung zu stellen